Neujahrswanderung zur Yburg

Für das neue Jahr habe ich mir vorgenommen, weiterhin zu wandern, verstärkt in der Pfalz, und auch hier im Badischen neue Wege zu ergründen. Zu diesem Blog habe ich so viel positives Feedback bekommen – vielen lieben Dank dafür!! – so dass ich diesen auch 2016 fleißig weiterführen möchte. Die Wettervorhersage für das erste Januarwochenende war dagegen nicht so positiv, trocken und bewölkt am 01.01., Samstag und Sonntag Regen :-/ Etwas mulmig war mir bei der Vorstellung schon, nach der Silvesternacht die Wanderschuhe anzuziehen, aber nach ner kurzen Nacht bin ich eh meistens früh wach, so dass ich es in Erwägung zog. Zur Auswahl standen der Merkur in Baden-Baden, Ausgangspunkt Unterstmatt und von dort aus wandern oder die Yburg von Baden-Baden aus.

Wie erwartet war ich am 1. Tag des neuen Jahres relativ früh wach und auch fit, meine Motivation war da, und ER auch…der Nebel! Und wollte und wollte sich nicht verziehen. Ich war nicht sicher, kam er von oben runter – dann wäre es oben, sprich Schwarzwaldhochstraße, schön, oder zieht er nach oben, dann hätte ich wieder die Situation oben im Nebel zu stehen und unten scheint die Sonne…da war es wieder, mein persönliches und altbekanntes Dilemma, eine Entscheidung treffen zu müssen!! Also hieß es erst mal abwarten und an meiner Neujahrsbrezel rumknabbern – nach dem leckeren Essen am Abend zuvor ging nicht mehr, was mir fast zum Verhängnis wurde, dazu später mehr.

Gegen Mittag lichtete sich der Nebel, und ich entschied mich für Unterstmatt und packte mich entsprechend warm ein, da nur 4-5 Grad dort oben herrschten. Als ich im Auto saß und den blauen Himmel über Baden-Baden sah, warf ich meinen Plan doch noch mal kurzfristig um und fuhr dem schönen Wetter entgegen. An der Haltestelle „Tiergarten“ noch kurz auf die Karte geschaut – was mir nicht so wirklich geholfen hat, ich gebe es zu. Kurz überlegte ich, ob ich nicht große Rundtour, sprich Korbmattfelsen und dann zur Yburg laufen sollte – schließlich möchte ich für den Wanderurlaub auf Teneriffa „trainieren“. Aber ich wusste, dass es erst mal zick-zack durch den Wald lange nach oben geht, und damit nur im Schatten, so dass ich mich dagegen entschied. Zum Korbmattfelsen gibts hier übrigens auch einen Bericht 🙂

Nach wenigen Metern kam ich doch ins Schwitzen, so gut eingepackt wie ich war, war es hier doch fast doppelt so „warm“. Aber die ersten Ausblicke bzw. Sicht auf blauen Himmel ließen es bald vergessen.

Vermutlich lag es an der verkürzten Schlafdauer, dass ich dachte, ich käme auch so am Korbmattfelsen vorbei, und die Yburg liegt auf dem Weg…ja genau Heike, so ist es, wenn ich zu Beginn links abgebogen wäre. Mir kamen noch zwei ältere Damen flott entgegen und fragten mich, ob ich an der soundso Hütte vorbeigekommen wäre – äh, nee…und plötzlich war ich auf dem Korbmattfelsen, und spätestens da ging mir dann das Lichtchen auf – also musste ich wieder ca. 600m zurück wandern bzw. rutschen, denn der Waldboden war mit nassen Blättern bedeckt.

Aber so kam ich an interessanten Bäumen vorbei und dachte mir wieder einmal: Toll, was die Natur zustande bringt.

Und die Waldwege waren ganz nach meinem Geschmack 🙂

Wider Erwarten fand ich auch das eine oder andere tolle Motiv und bedauerte, mein Makro-Objektiv nicht dabei zu haben, so dass die Blüte – ja, Blümchen dürfen nicht fehlen – nicht so scharf ist wie gewollt. Vielleicht kann man doch die gefrorenen Tröpfchen erkennen…

Wortwörtlich ging mein Herz auf, als ich folgendes sah. Wenn das mal kein gutes Omen für 2016 ist!!

Auf dem Weg liegt die Werner Hütte, welche zum Rasten einlädt mit schönem Blick (wenn hier auch gegen die Sonne) auf die Burg. Die Yburg befindet sich übrigens in 517 m Höhe auf einem Porphyrkegel und ist das Wahrzeichen der drei Reblandorte Steinbach, Neuweier und Varnhalt.

Wie man sieht, ist es doch noch ein Stück bis zum Ziel, und durch das Fotografieren kam ich doch etwas in Zeitnot. Und noch etwas machte langsam Druck: Mein Magen meldete sich hörbar – ich hätte doch mehr frühstücken sollen! Also versuchte ich einen Zahn zuzulegen, es war ja nicht mehr weit, aber die nächste Entscheidung war fällig: Wollte ich den „Felsenweg“ oder doch den bequemen „Italienerweg“ nehmen?

Ich entschied mich NATÜRLICH für den Felsenweg, war ich doch so neugierig!! Schöner Weg, wenn auch nicht soooo spektakulär wie gedacht.

Dieser Weg macht quasi eine Schleife um den Berg, ist nicht allzu weit. Spürbar im Unterzucker überlegte ich mir, ob ich auf der Burg nicht doch was essen sollte (Kuchen!!), auch wenn die Zeit knapp wurde, ich evtl. in die Dämmerung kommen würde. Also: Tempo hoch, dann reicht es. Schnell den Müsliriegel verzehrt, kam ich mit weichen Knien oben an. Und wie wurde ich begrüßt??

 

Ich hätte es mir denken können/müssen!!

Aber aufgeben ist nicht, man kann dennoch die Burg besichtigen…

…und auf den Turm hochsteigen – 112 Stufen, also noch den Schokoriegel verputzt, bis ich oben bin, ist er eh schon verbrannt 😉

 

Von oben hat man eine herrliche Aussicht!! Sehr interessant war, wie sich das Wetter in allen Himmelsrichtungen unterschied:

Welches Foto zu welcher Himmelsrichtung gehört konnte ich mir bei dem Unterzucker leider nicht merken..! Zum Glück hatte ich noch einen Apfel im Gepäck!

Im romantischen Burghof befinden sich diverse Holzskulpturen, welche auf den Fotos der Homepage der Burg bzw. der Gaststätte noch nicht zu sehen sind. Ich vermute mal, vorsichtig ausgedrückt, es handelt sich um Märchen(figuren)…ich hab im Internet nichts darüber gefunden, ich werde weiter recherchieren.

Es gibt noch mehr davon, aber der Stand der Sonne ließ keine weiteren Fotos zu. Zurück nahm ich den „Italienerweg“, welcher tatsächlich etwas bequemer war. Ich schaffte es noch rechtzeitig vor der Dämmerung, zum Glück werden die Tage langsam wieder länger 🙂

Fazit der Tour: Ausreichend frühstücken, ausreichend Vesper und Makro-Objektiv einpacken 🙂

Und: Wandern ist schön 🙂 🙂

 

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