„Steinreiche“ Berg-Erlebnistour

Im letzten Sommer hatte ich mir aus der Touri-Information in Seebach ein Heftchen mit 20 Wandervorschlägen mitgenommen und mir diese Tour ausgesucht. Länge: 8,7km, 367 Höhenmeter, „teilweise anspruchsvoll“, Ausgangspunkt Mummelsee. Das sollte zu schaffen sein dachte ich mir. Das Wetter war vielversprechend, so machte ich mich gegen 10 Uhr auf den Weg. Eine halbe Stunde später kam ich an den Mummelsee und wie gewohnt war hier bereits einiges los. Es war der 03.10., Feiertag, aber ich wollte mich ja nicht in das Getümmel stürzen. Ich wunderte mich über den Einstieg der Tour, es ging quasi hinter der Leitplanke entlang nach unten, war mir dies beim Vorbeifahren noch nie aufgefallen. Das Wetter war herrlich, und schon nach wenigen Metern packte ich die Kamera aus.

Über den „Elsaweg“ ging es stetig bergab zum Hohfelsen. Hier kam mir nur ein einziger Wanderer entgegen. Vorbei an der Hütte kam ich an die Infotafel und dachte mir, dass dies ja wohl nicht der „Felsen“ sein kann – so was in der Art ist mir schon mal passiert.

Über einen Stichweg ging es jedoch weiter und der Felsen kam zum Vorschein – bzw. das Felsmassiv mit Gipfelkreuz! Mein Herz ging sofort auf, stand mir das Grinsen im Gesicht. Einfach nur schön!

Der Seebacher Kolpingverein errichtete das Kreuz für die Seebacher Kriegstoten und für diejenigen, die nach langer Gefangenschaft aus dem Krieg zurückgekehrt sind. Die Besteigung des Gipfels wird durch ein Geländer erleichtert, was ich auch in Anspruch nehmen musste. Ich wurde belohnt mit einer wunderschönen Aussicht auf das Grimmerswälder Tal und die Schwarzwaldberge.Hier verweilte ich einen Moment und schoß das eine oder andere Foto. Ein Moutainbiker hatte es sich inzwischen auch schon hier oben gemütlich gemacht und rauchte genüßlich seine Zigarette.

Die Wanderung führte von dort weiter nach unten über die Busterbächer Hütte und von dort zum Steinbruch. Auf dem Weg dachte ich -mal wieder- ok, wenn es so lange nach unten geht, muss es ja entsprechend auch irgendwann nach oben gehen…

Im Steinbruch angekommen wusste ich zunächst nicht, wohin ich gehen sollte. Witzigerweise waren zwei Wassersprenkler an, die wie eine Schranke wirkten, aber ich musste da durch. Zum Glück hat mich keiner gesehen, wie ich drumherum sprang 😉

Nach Durchquerung des Steinbruches erreichte ich die Straße und das Gasthaus „Wolfsbrunnen“ – der „Tiefpunkt“ sozusagen 😉 Ab hier führte der Weg am „Seebächle“ entlang nach oben – „steil ansteigend“ stand im Heftchen, und es war auch so. In diesem schönen Wald gab es kaum ein Hinweisschild, aber ich wusste ja: Ich will nach oben.

Natürlich musste ich den linken Weg nehmen. Man sieht hier nicht, wie steil es hoch ging
Natürlich musste ich den linken Weg nehmen. Man sieht hier nicht, wie steil es hoch ging

Ich dachte mir, ich wandere nicht zum „Seibelseckle“, sondern direkt zum Mummelsee, aber die Waldarbeiter machten mir einen Strich durch die Rechnung: Wegen Baumfällarbeiten war der Weg gesperrt, so dass ich „nach Plan“ wandern musste. Am Seibelseckle angekommen, genoß ich einen Moment die Sonne und einen Apfel und dachte mir: Wenn ich schon mal hier bin und das Wetter so dermaßen schön ist…sollte ich doch zur Hornisgrinde hoch 🙂 Dieses Mal allerdings nicht „mittendurch“, sprich den mittleren steilen Weg, sondern den rechten Weg, der etwas länger ausgeschrieben war. Dieser war nicht so steil, aber sehr steinig und z.T. recht schmal.

Die Hornisgrinde ist mit 1163 m.ü. HNH der höchste Berg des Nordschwarzwaldes und wird eingerahmt vom Murhkopf bei Unterstmatt im Norden und vom Mummelsee im Süden. Das Hochmoor ist unbewaldet und wird auf 6000 Jahre geschätzt. Ich war jetzt zum 3. Mal hier oben, sicher nicht das letzte Mal, da ich es einfach nur wunderschön finde!

Bereits von weitem sah ich eine kleine Menschenansammlung und konnte nicht absehen, was da los ist. Die Absperrung verhieß zunächst nichts Gutes, aber ich konnte dennoch den gewohnten Weg wandern, nur musste ich auf die Rollskifahrer achten, die dort oben ihre Runden drehten. Später erfuhr ich, dass an diesem Wochenende die Deutschen Meisterschaften stattfanden, die Athleten sich da oben warmliefen. Von daher war es nicht verwunderlich, dass neben der üblichen Wanderschar viele Menschen unterwegs waren.

Hier sieht man, wie schön und abwechslungsreich der Weg nach unten und wie toll die Aussicht ist!

 

Am Mummelsee angekommen erlebte ich den Startschuß mit und kam in den Genuß einer leckeren Wurst, Bewirtung durch den Skiclub, bekam ich nach den dann doch 13km und einigen Höhenmetern doch einen Hungerast. Gestärkt durfte die obligatorische Runde um den Mummelsee nicht fehlen 🙂

 

Mit schweren Beinen aber glücklich ging es zurück zum Parkplatz, der sowas von überfüllt war, dass ich froh war nach Hause zu fahren.

Fazit des Tages: Wandern tut der Seele unheimlich gut! Und: Früh loszugehen lohnt sich!

 

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