Der Bindelweg

17.07.2019 Der Tag nach der „Besteigung“ des Piz Boe 🙂 Das Wetter war deutlich besser als vorhergesagt! Wir entschieden uns für den entspannten Bindelweg zum Erholen 🙂 Der Weg ist übrigens über 100 Jahre alt.

Wir fuhren mit der ersten Bahn Porta Vescovo von Arabba hinauf auf 2500m. Nicht ohne vorher am Automaten zu rütteln, da ich meine Müsliriegel vergessen hatte, kreisch! Kein Wunder, dass ich ständig einkehren muss 😉 Die Fahrt ging länger als gedacht, sieht man von unten doch nicht, wie hoch sie eigentlich ist. Es waren schon einige mit in der Gondel, auch einige Kletterer. Hach, seufz, wäre ich nur 15 Jahre jünger, würde ich vielleicht auch damit anfangen 😉 oben angekommen – wow, ein traumhafter Blick nach Arabba und zum Sellastock! Auf der anderen Seite zur Marmolada, in voller Größe!!

Die anderen verteilten sich recht schnell, die Kletterer wie auch die älteren Herrschaften. Bei denen war ich sicher, dass sie auch den Bindelweg laufen, aber nein, so waren wir bis zur Hütte (Rifugio Viel del Pan, 2432m) wieder einmal alleine. Vereinzelt kamen uns welche entgegen…aber nicht mehr als eine Handvoll. Der Blick auf die Marmolada ist einfach nur phantastisch – genauso wie der Gletscher selbst!!

Entsprechend hab ich natürlich Fotos gemacht 🙂 Wir liefen mal wieder entgegen der empfohlenen Laufrichtung, was genau richtig war!! So war linkerhand die Marmolada, rechterhand mächtige Felsen und Brocken, alle aus Vulkangestein. Das hatte die Frau in der Touriinfo schon gesagt, da wunderte ich mich, und man sieht es wirklich, dass es Vulkangestein ist! Rechterhand konnte man hin und wieder nach oben wandern, um herrliche Blicke nach unten ins Tal und rüber zum Sellastock zu erhaschen – und um natürlich Fotos zu machen 😉 Dadurch wanderten wir gemütlich, mit der Folge, dass ich NATÜRLICH bald wieder Hunger bekam, ähem. Zum Glück war die Hütte nicht mehr weit. Als wir ankamen, waren wir alleine dort – für ungefähr 2 Minuten. So konnte ich noch ein „wandererfreies“ Foto machen, das war kurz darauf nicht mehr möglich. Die Sacher-Torte war dafür ein Gedicht!! Fluffig, gar nicht so schwer (gefühlt) und gut sättigend 😉

Nach und nach kamen viele Wanderer, sogar große Gruppen, Hilfe, fast wie damals bei der Langkofelumrundung!! Zum Glück war der Weg ab der Hütte breiter, so dass wir gut aneinander vorbei kamen. Wenn auch so mancher das nicht einsehen wollte (Platz zu machen). Wir wanderten also zum eigentlichen Startpunkt, dem Pass Pordoi.

Dort hatten wir einen wunderbaren Blick zur Langkofelgruppe, welche wir in der Folgewoche von der anderen Seite werden bewundern dürfen 🙂

Und wir hatten einen wunderbaren Blick zum Sellastock und unserem Einstieg – ich konnte wieder nur staunen, dass ich gestern diesen Weg geschafft habe. Ich bin stolz auf mich 🙂 🙂

Jetzt war die Frage, wie kommen wir nach Arabba? Bei der Touriinfo hieß es, wir könnten den Weg 5 runter laufen, der sei nicht so einfach zu finden. Und es stimmt, wir haben den Einstieg nicht gefunden, so dass wir ein Stück mit der Gondel hinabfuhren (Gott sei Dank, der Schmerz war wieder da). Den Rest liefen wir dann auf einem weniger schönen Weg hinab, ein breiter Weg ohne Aussicht, aber egal. Wir kamen an der Talstation der Bahn raus, optimal, um die Tour zu stoppen 😉

Fazit des Tages: Die Marmolada ist wunderschön!! Aber leider scheint auch dieser Gletscher langsam aber sicher zu schmelzen 🙁

11,1 km, 3 Std. 53 min, 428m hoch, 1292m runter, 2489 höchster Punkt