Zur Steviahütte

Heute war das Wetter unterschiedlich angesagt, so dass wir tatsächlich überlegten, einen faulen Tag zu machen, sprich nicht zu wandern. Was wir natürlich nicht aushielten 😉 immer das Wetterradar mit einem Auge beobachtend, entschieden wir uns doch, eine „kurze“ Tour aus dem Kompass Wanderführer zu machen. Von Wolkenstein aus, mit 2 Std. 45min angesetzt. Man könnte auch einen Abstecher zur Steviahütte machen. Also nahmen wir den Bus nach Wolkenstein, erreichten wir nach einem Umstieg den Ausgangspunkt um 10.40 Uhr, für unsere Verhältnisse echt spät. Und das Wetter war recht schön!! Es waren auch einige unterwegs, auch ältere Herrschaften. Als wir nach rechts einen Hügel hinaufstiegen, waren wir plötzlich alleine.

Wohl, weil wir unbewusst den Weg entgegen der empfohlenen Richtung wanderten. Und auch, weil man abbiegen und zum Col Raiser wandern konnte, aha, was die anderen wohl machten. So wanderten wir alleine weiter, was sehr sehr schön war! Der Weg ging stetig bergauf! Ich sah hoch oben ein Kreuz, dachte noch nee, das wird es nicht sein…erst ging es auf breiterem Weg durch den Wald, dann wurde der Weg immer schmaler und schmaler, genau unser Geschmack. Rechter Hand immer mit Blick auf die Langkofelgruppe. Der Langkofel war stets wolkenumhüllt, was sehr schön aussah. Zudem war ich froh, dass wir heute nicht über die Langkofelscharte sind, wir hätten recht wenig gesehen, hing die Wolke doch sehr hartnäckig dort fest.

Wir näherten uns der Silvesterscharte. Bis dahin ging es zickzack bergauf, immer höher und höher (schnauf), auch durch eine sehr schmale Stelle. Uns überholte eine Frau ohne Rucksack, die oben an der Scharte kehrt machte und wieder hinunter…hm..lief, rannte…walkte…sie war auf jeden Fall sehr schnell unterwegs.

 

An der Scharte angekommen dachte ich: Ach herrje, geht’s hier steil hinunter…Wahnsinn! Das kommt auf dem Foto nicht so raus….dann ging es kurz in Serpentinen hinab, dann war eine Entscheidung fällig: Nach links zur Steviahütte (Buch: 15min, auf dem Schild stand 30 min) oder rechts dem Rundweg weiter folgen. Da sich langsam wieder einmal ein Hüngerchen einstellte (bei mir natürlich), entschieden wir uns für die Hütte 🙂 Wir konnten sie auch recht bald sehen, juchu! Was wir auch sehen konnten, waren Wolken, die dunkler wurden, aber uns nicht tangierten. Die Hütte liegt wunderschön, und da sie nur zu Fuß erreichbar ist, war sie auch nicht überlaufen.

Ich entschied mich mal wieder für Spaghetti Bolognese – die absolut richtige Entscheidung: Das war die beste Pasta, seit wir hier sind 🙂 🙂 Dazu ne leckere Holunderschorle. Neben uns saß ein deutsches Paar, so Anfang 50, gegenüber ein österreichisches. Die unterhielten sich, ab und zu klinkten wir uns ein. Und dann kam das besagte Unwetter…die Österreicher sind tatsächlich gleich losmarschiert, wir waren noch unentschlossen…und kamen so ins Gespräch mit den anderen beiden – deren Namen wir nicht wissen. Wir entschieden uns, auf der Hütte zu bleiben und abzuwarten. Das Wetterradar besagte, dass das Gewitter vorbeiziehen wird, ebenso der Regen, also dass es nicht bei uns hängenbleibt. Also setzten wir uns in die Hütte, es wurde just ein Tisch frei, und so quatschten wir vier die ganze Zeit. Aber das beste….als ich aufs Klo ging….juchuuuu, war alles aus Zirbenholz 🙂 Also die Wände, herrlich!! Und unser Tisch war neben dem Eingang zum Klo. Sonst nicht wirklich ein guter Platz, duftete es ständig nach Zirbenholz, wenn einer die Tür öffnete 🙂 selbst jetzt beim Schreiben habe ich den Duft in der Nase!! Wir tranken alle noch was (ich meine erste heiße Schokolade, lecker!), schauten ab und zu raus und sahen…nichts! Eine Wolkenwand, krass! Aber so schnell es kam, so schnell war es auch wieder weg. Okay, in so netter Gesellschaft vergeht die Zeit auch schnell. Einmal tat es einen Donnerschlag, als ich die Nasenspitze rausstreckte, so dass ich mich schnell in die Hütte zurückzog. Aber dann wurde das Wetter wieder besser, richtig gut sogar, und wir verabschiedeten uns voneinander. Die Beiden gingen Richtung Regensburger Hütte, wir hinab nach Wolkenstein. Das Wetter wurde zunehmend besser, richtig warm sogar. Und die Sicht war so klar, Wahnsinn! Genau wie es der Hüttenwirt auch gesagt hat. So machte der Abstieg umso mehr Spaß!! Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, der Sellastock hat es mir angetan! Und die Cirspitzen auch!! Wir machten einen kurzen Abstecher zum Kreuz hoch, mitsamt 4 Italienern, die anboten, Fotos von uns zu machen, wenn wir welche von ihnen machen…so geht’s auch 🙂

Der Abstieg war lange, ähnlich dem Aufstieg, und wir waren ganz alleine! Herrlich! Diese Aussicht, diese Ruhe!! Dennoch war ich froh, dass wir aus Versehen genau diese Richtung gelaufen sind.

 

Unten angekommen, mussten wir nur knapp 20min warten, bis der Bus kam. Der gleiche, mit dem wir hinauffuhren. Komischerweise traf der Busfahrer dort Bekannte, die früher schon auf den Parkplatz kamen, die wurstelten etwas am Bus rum, mit dem Ergebnis, dass die Tür, die heute früh schon nicht richtig schloß, jetzt noch weniger gut zu ging, und es die ganze Zeit über piepte. Aber mich hat das nicht gestört, war ich noch voller Adrenalin und Glückshormone von diesem tollen Tag!!

11,6 km, 3 Std. 30 min, 897 m Anstieg, 815 m Abstieg, 2317 höchster Punkt.