Entlang der Sextner Rotwand

Nachdem die Zugspitztour so ein wunderbares Erlebnis war, und Frank und ich uns in der Folgewoche in die Dolomiten verliebten, stand fest, dass es im nächsten Jahr (2018) wieder nach Südtirol gehen wird. Dann aber mit Vater und Schwester Manu 🙂 Im Januar machten wir alles fest, mieteten wir eine Ferienwohnung in Moos (Moso), in Sexten, nahe dem Fischleintal. Die FeWo war recht einfach, aber jeder hatte sein Zimmer und es gab zwei Bäder, soweit also okay. Das Beste daran war, dass wir jede Tour direkt von hier starten konnten. Zur Rotwand (Zehner genannt) sollte die 4. und (leider) letzte Tour dort sein (die anderen Berichte folgen noch!). 

Diese Tour sollte eine entspannte zum Abschluss werden, wir entschieden uns recht spontan dafür. Von der FeWo liefen wir einen schönen Pfad am Wald entlang (statt an der Straße) zur Talstation der Rotwand Kabinenbahn, eine Umlaufbahn. Diese verbindet Sexten mit den Rotwandwiesen.

Oben angekommen – ging es direkt zur Rudihütte zur Einkehr, lach. Die Hütte war aber auch einfach zu schön, und v.a. offen. An dem Tag war nämlich nicht jede Hütte offen. Unten an der Talstation gab es einen Überblick über die Hütten und deren Öffnungszeiten. Wir nutzten die erste Pause, um mit dem Fernglas die Rotwand näher zu betrachten. Und tatsächlich konnte man eine kleine Truppe entdecken, auf dem Weg zum Gipfelkreuz – toll!

In der linken Bildhälfte sieht man über den Tannen einen grünen Fleck – da waren die Wanderer/Kletterer unterwegs. Hier übrigens noch ein Foto von UNSEREM besonderen Wanderer:

Paps zog uns heute wieder auf und davon, unglaublich! Ich hoffe sehr, dass ich in diesem Alter auch noch so fit sein werde!!

An der Talstation fiel uns ein Pater auf, ich hoffe, das ist so richtig, der wie „Don Camillo“ aussah…sah irgendwie nicht echt aus, aber naja…Als wir uns nach der kurzen Stärkung auf den Weg nach oben machten, einer Menschenherde hinterher, konnten wir unseren Augen kaum trauen: Bevor wir abbogen, sahen wir auf der Wiese eine lange Tafel mit unglaublich vielen Patres…dazu gesellte sich „unser“ Pater von der Talstation. Die ließen es sich vespermäßig richtig gut gehen dort!!

Wir setzten unsere Tour fort, und niemand folgte uns, wie schön! Kaum um die Kurve, trauten wir unseren Augen wieder nicht: Schnee 🙂 ok…schmutziger Schnee

Das war leider auch der einzige Flecken Schnee. Frank wollte unbedingt ein Foto davon haben 🙂

Der Weg entlang der Sextner Rotwand erwies sich als wunderschön, mit nur wenig Gegenverkehr im letzten Drittel. Immer wieder musste ich halten, um zu fotografieren und die Gegend zu bewundern:

Auf Wunsch von mir (von wem sonst ;-)) machten wir eine kurze Rast. Plötzlich kam ein Wanderer hinter uns aus dem Wald hervor und fragte, ob er denn ein Foto von uns machen solle…erst sagte ich nein…besann mich aber gleich eines Besseren und sagte JA:

Er machte GENAU EIN Foto, und das wurde zum Glück echt schön 🙂

Es packte Paps gleich wieder, so dass wir unseren Weg Richtung Kreuzbergpass fortsetzten.

Ich hatte zuvor von den Artilleriestellungen gelesen. Das Gebiet der Rotwand war im Gebirgskrieg (1915-1918) sehr heftig und leider verlustreich umkämpft. Wir staunten nicht schlecht darüber:

Danach ging es langsam spürbar abwärts, Richtung Kreuzbergpass. Wir verliefen uns (natürlich) ein Stück, leider folgten wir zwei Wanderern vor uns, die auch fragend umher liefen. Dabei hätten wir einfach auf dem Weg bleiben müssen…naja. Aber der Pass war bald in Sicht:

Wir wanderten letztlich tatsächlich die Skipiste runter…das sieht auf dem Foto nicht sehr steil aus – aber das war es definitiv! Auf Anraten von Manu lief ich zick-zack runter, was auf der Auswertung später sehr witzig aussah. Unten angekommen freute ich mich auf einen Kaiserschmarrn!!! Aber…um diese Zeit gab es keinen 🙁 So MUSSTE ich leider leider einen Bananensplit essen, der riesig war, lach.

Mit dem Bus ging es dann zurück nach Moos. Wir hatten tatsächlich überlegt, runter zu laufen, aber es war doch eine gute Entscheidung, denn die Strecke zog sich noch mal ordentlich.

Fazit der Tour: Tatsächlich nur 9,4km, 825hm Aufstieg, 538hm Abstieg, höchster Punkt 2012m. Endlich mal eine entspannte Wanderung 🙂 😉