Wanderung auf die Zugspitze: Etappe 2

Die Nacht auf der Reintalangerhütte war nicht so schlimm wie befürchtet, aber auch nicht sonderlich gut. In dem Hüttenschlafsack fühle ich mich ehrlich gesagt wie ne Ölsardine oder als ob ich schon die Radieschen von unten sehe…so richtig werde ich mich wohl nicht dran gewöhnen. Lustig war allerdings, dass ich zuerst meinen Vater, dann meine Schwester beschuldigte, zu schnarchen – was ich von den beiden kenne, lach – aber letztlich war es doch die Dame, die bei uns im Zimmer war. Zum Glück ging sie schon sehr früh los, so dass wir dann in dem kleinen Kabuff etwas unter uns waren. Nach dem Einpacken und einem kleinen Frühstück machten wir uns gut gelaunt auf den Weg. Wir hatten noch diskutiert, ob wir nicht doch direkt zur Zugspitze hochwandern, zur Knorrhütte hinunter, dort wie geplant übernachten und dann weiter nach unten wandern. Aber ich habe mich durchgesetzt, es nicht zu tun. Das hätte im Klartext bedeutet 1600 Höhenmeter nach oben, knapp 1000 Höhenmeter wieder nach unten. Das war mir definitiv zu viel, wollte ich die Tour genießen, natürlich fotografieren 😉 und mit meinen Leuten quatschen…

So starteten wir ganz entspannt und gespannt, was da auf uns wartet, auf der zweiten Etappe:

Petrus war uns mal wieder wohl gesonnen, zumindest nach vorne hin. Ein Blick zurück (gegen die Sonne) verriet uns, dass ein paar Wolken unterwegs waren.

Es ging stetig bergauf, und natürlich waren heute einige mehr unterwegs als am Vortag, so überholte uns das eine oder bekannte Gesicht von der Reintalangerhütte. Ich hatte gelesen, dass der Weg steiler wird, und es war auch wirklich so. Machbar, aber schnaufen mussten wir schon – wenn ich ehrlich bin 😉

Wie man gut sehen kann, zog es sich mehr und mehr zu. Und ganz ehrlich: Ich bekam zunehmend Bammel, hatte ich doch Horrorgeschichten gelesen, wie gefährlich es bei Nebel ist – was ich in dem Moment gut nachvollziehen konnte. Aber wir hatten Glück, hinter uns wanderte eine Gruppe hoch, mit einem gefühlt uuuuuralten Bergführer, so wie man ihn sich vorstellt (ich zumindest, grins): Grauer längerer Bart, graues Haar, ein Beutel um den Hals und die Finger dort eingehängt, gaaaanz gemächlicher Schritt und stets seine Leute motivierend! Auf der Reintalangerhütte hatte ich ihn mit einem halben Auge wahrgenommen, als er seine Leute ins Hüttenbuch eintrug. In diesem Moment war ich heilfroh, dachte ich, so kann uns nichts passieren 🙂 Schwester Manu hatte zu kämpfen, und er sagte zu ihr: „Kleine Menschen haben es besonders schwer mit ihren kurzen Beinen“. Das war so witzig und nett, das hat ihr sehr gut getan 🙂

Ich konnte nicht wirklich einschätzen, wie weit es noch war. Umso überraschter war ich als es hieß, man könne die Hütte schon sehen – juchuuuu!!

So erreichten wir nach nur 3 km aber 741 Höhenmetern in 2,25 Stunden die Knorrhütte 🙂

Kaum oben angekommen, zog es sich richtig zu, und es war echt frisch da oben! Wir trafen auf viele Wanderer, die dort eine Pause einlegten, um dann gestärkt weiter zur Zugspitze zu wandern. Ok, ich fühlte mich immer wieder mies, weil wir ja beschlossen, dort zu bleiben und erst am nächsten Tag weiter zu gehen. Blöd war, dass wir vormittags schon oben waren, man die Zimmer aber frühestens 16/17 Uhr beziehen konnte. Und zwar OHNE Ausnahme. Das fand ich nicht wirklich gut, auch wenn wir selber „schuld“ waren. Über die Preise auf der Hütte wird viel diskutiert, habe ich hinterher auf ner Seite beim Deutschen Alpenverein (DAV) gesehen. Einerseits ist klar, dass die Preise hoch sind, da sie mit dem Hubschrauber beliefert werden. Es schrieben viele Wanderfreunde, die scheinbar viele Vergleiche ziehen können, dass die Preise dennoch gesalzen sind. Dennoch blieb uns nichts anderes übrig, als den Tag auf der Hütte zu verbringen – mit essen und trinken, Skip Bo spielen, draußen sitzen, fotografieren…und v.a. die Wetterwechsel zu beobachten. Wahnsinn!!! Innerhalb weniger Minuten sah man die Hand nicht mehr vor Augen – kurz darauf war der Himmel strahlend blau!

Frank und mein Vater bekamen dann doch einen Hüttenkoller und marschierten den Weg entlang Richtung Ehrwald. Mit meinem Teleobjektiv hatte ich natürlich immer ein Auge auf sie 😉

Es ist übrigens immer sehr hilfreich, wenn jemand eine rote Jacke anhat! 😉

Nach und nach kehrten am Nachmittag die Wanderer, die zur Zugspitze hochwanderten und zur Knorrhütte zum Übernachten kamen, zurück. Und was soll ich sagen…sie hatten nicht die beste Laune…!!! Denn: Das Wetter war oben so schlecht, dass bei Sonnalpin Schluß war, sie nicht ganz nach oben konnten…(zumindest nicht zu Fuß). Puh…da schämte ich mich nicht mehr für die Entscheidung, NICHT nach oben zu gehen, sondern auf der Hütte zu bleiben, yeah!! Entsprechend groß war der Andrang, als man einchecken konnte, schrecklich!!! Ich hätte es gut gefunden, hätten sie uns zuerst dran genommen, wir warteten ja quasi den ganzen Tag. Und dann zahlte ich auch noch mit Karte!!!! Ist doch logisch, bei Übernachtung + 35Euro Halbpension für 6 Leute! Das fanden die anderen nicht so lustig, aber hey, die hatten die schlechte Laune schon vorher!

Dafür war der Abend umso schöner, das Essen lecker, und wir saßen drinnen!! Draußen tobte ein Gewitter, es regnete was es konnte! Zwischendurch wurde abkassiert -„falls der Strom ausfällt bei dem Gewitter“ – sehr beruhigend, lach! Aber dazu kam es zum Glück nicht. Wir spielten wieder Skip Bo und Mensch ärgere dich nicht, und es war wirklich ein wunderschöner Hüttenabend!!

Wir hatten übrigens ein 7er Zimmer, d.h. ein Doppelstockbett und 5 Schlafplätze nebeneinander. Meine Befürchtung, dass noch jemand dazu kommt, traf nicht ein. Dafür machte ich mir umso mehr Sorgen um das Wetter, da es einfach nicht aufhörte zu regnen. An diesem Tag blieb der Regenponcho wieder im Rucksack, sollte wir ihn am dritten, dem entscheidenden Tag brauchen???

To be continued….