Wanderung auf die Zugspitze: Etappe 1

Meine pfälzisch-badische Wandertruppe trifft sich regelmäßig mal in der Pfalz, mal im Schwarzwald, zum gemeinsamen Wandern. Wer genau im letzten Jahr auf die Idee kam zur Zugspitze hoch zu wandern, kann ich gar nicht mehr rekonstruieren. Praktischerweise lief zeitnah eine Doku im ZDF über eine Familie, die mit zwei oder drei Kindern hoch wanderte. Da dachte mir: Wenn die das schaffen, schaffen wir das auch 🙂 Sogleich ging die Online-Recherche los, wollte ich die Tour gut vorbereitet wissen. Ich las zahlreiche Blogs und allgemeine Beschreibungen, welche wirklich sehr hilfreich waren! Z.B. diese hier, wo 5 Touren beschrieben werden. Ich entschied mich sofort für die Tour 1, die „einfachste und längste“ Tour durch die Partnachklamm. Nachdem ich 2016 durch die Almbachklamm im Berchtesgadener Land wanderte, war ich besonders neugierig auf diese Klamm. Der Weg ist 21km lang und umgeht die Klettersteige, was mir besonders wichtig war bei der Zusammensetzung meiner Truppe. Die Tour sollte im Juli statt finden, geplant hatte ich zwei Hüttenübernachtungen. Was solche Planungen/Organisationen angeht, bin ich nicht wirklich fit, geschweige denn penibel/perfektionistisch, aber hier war ich – warum auch immer – zum Glück recht früh dran mit der Planung. Zum einen wollte ich AUF GAR KEINEN FALL in einem Matratzenlager übernachten, nach der Erfahrung in der Schweiz (siehe Bericht hier). So buchte ich bereits im Januar die Übernachtungen in Mehrbettzimmern – juchu. Ich habe noch die Worte meines Vaters im Ohr: „Jo, so frieh musch des doch net buche“ – das war pfälzisch 😉 Aber es sollte sich herausstellen, dass es  gut so war, hihi.

Geplant war die Anfahrt nach Garmisch am Samstag, Start der Tour Sonntag im Ski Stadion durch die Partnachklamm, durchs Reintal über die Bockhütte zur Reintalangerhütte. Dort eine Übernachtung, Montag los zur Knorrhütte, Aufenthalt dort und Übernachtung in dieser Hütte. Aufstieg zur Zugspitze dann am Dienstag, Rückkehr mit der Zahnradbahn (da die Seilbahn nicht mehr lief). Übernachtung in Garmisch und Rückfahrt der Wanderfreunde in die pfälzer Heimat am Mittwoch. Mein Vater wäre übrigens am liebsten Dienstag schon zurück, aber auch hier sollte ich Recht behalten 😉

Was ich nicht wusste, aber netterweise von der Touriinformation erfuhr war, dass an diesem Wochenende ein Bikertreffen stattfand, ca. 30 000 Biker erwartet wurden – ups, deshalb war es so schwer, eine Unterkunft in Garmisch zu finden für 6 Personen…über eine Touriinformationsseite fand ich die Ferienwohnung „Wank“ der Familie Schnitzer. Der Kontakt im Vorfeld war schon sehr nett, und Frau Schnitzer selber war sehr sehr nett und behilflich!

Die Anfahrt war etwas lang, viel Stau, aber aufgeregt kamen wir an und gingen erst mal in die Stadt, um etwas zu essen. Und was soll ich sagen, meine schlimmsten Ängste wurden wahr: Es regnete was es konnte!!! Ich hatte zuvor im Decathlon noch 6 Ponchos gekauft, lach, zur Sicherheit, und wie es am Anreisetag aussah, sollten wir sie brauchen. Oder vielleicht auch nicht…

Sehr lustig war übrigens auch die Packerei der großen Rucksäcke, darüber schweige ich mich lieber aus, grins.

Mit dem Bus fuhren wir zum Ski Stadion, dem Startpunkt der Tour. Der Himmel war bewölkt, die Stimmung dennoch aufgeregt positiv gespannt. Zur Partnachklamm zog sich ein asphaltierter Weg, wei man unten sehen kann.

Und dann ging es hinein in die Klamm, der Eintritt betrug ungefähr 4 Euro, was wir gerne bezahlten.

Die Partnachklamm ist ca. 700m lang, und die Wände steigen bis zu 80m hoch empor. Man überquert die Klamm über eine ca. 70m lange Brücke, angelegt 1914. Jedes Jahr kommen ca. 200 000 Besucher in die Klamm.

Ich war zutiefst beeindruckt und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus und natürlich schoß ich auch viele Fotos:

Aus der Klamm draußen, ergibt sich folgendes Bild:

Wir wanderten durch das traumhafte Reintal, immer an der Partnach entlang. Nächstes Ziel: Bockhütte. Der Weg dahin…traumhaft!!

Nach ca. 9km erreichten wir die Bockhütte und genehmigten uns Kuchen und:

Die Hütte war gut besucht, wenn auch nicht voll. Hier trafen sich Mountainbiker (die etwas rücksichtslos waren) und Wanderer. Nach einer leckeren Stärkung machten wir uns auf den Weg zum Tagesziel, der Reintalangerhütte 🙂 Ich lief etwas hinter der Truppe her, da ich natürlich fotografieren wollte. Zudem scheuchte ich hin und wieder meine Schwester weiter, die leider fußkrank war – wurde sie kurz vor der Tour von einem ihrer Pferde umgerannt 🙁

Ich hatte noch gelesen, dass es im Reintal wilde Orchideen gäbe. Dass ich tatsächlich welche finden würde, hätte ich jedoch nicht gedacht *freu*:

Und dann lag sie plötzlich vor uns: Die Reintalangerhütte auf ca. 1375m Höhe 🙂 Tagesziel erreicht nach 16,18km, 1202m Anstieg, 561m Abstieg.

Erschöpft aber happy kamen wir an und gönnten uns erst einmal ein kühles Getränk. Ungelogen 15min fing es stark an zu regnen!! Die Wanderer, die nach uns auf die Hütte kamen, waren klatschnass – Glück gehabt, ein herzliches Dankeschön an Petrus!!

Die Hütte ist wirklich urig, die Duschen begrenzt (eigentlich gabs nur eine jeweils für Männleins und Weibleins), die Zimmer überschaubar. Wir bekamen ein 3er Zimmer, Sandra und Alex blieben alleine dort, mein Paps, meine Schwester Manu, Frank und ich teilten uns mit einer Frau (die heftig schnarchte, zum Glück früh weiterzog) ein 5er Zimmer. Morgens wird man musikalisch geweckt 🙂 Natürlich waren wir schon vorher wach 😉 Das Essen war sehr gut und bezahlbar! Morgens kann man Buffet wählen für 12,50 Euro oder ein kleines Vesper für 6 Euro (glaub ich).

Wir spielten Skip Bo, quatschen mit den anderen Wanderern, ein herrlicher Auftakt! Und die Ponchos blieben im Rucksack 🙂 🙂 Ob die wohl am nächsten Tag zum Einsatz kamen? Hm…