Fuerteventura: Wanderung auf den höchsten Berg

2017 sind wir viel gewandert, und meine Leidenschaft Wandern + Fotografieren wird mit jeder Tour tiefer und wohltuender 🙂  Wir sind so oft unterwegs, dass ich nicht mehr hinterher komme mit den Berichten :-/ Aber ich bemühe mich und bin gespannt, welche Touren mir 2018 einfallen 🙂

Der Urlaub auf Fuerteventura Ende Oktober/Anfang November sollte daher ein „Badeurlaub“ werden, wohlwissend, dass es schwer werden könnte, überwiegend am Strand zu liegen. Daher suchte ich natürlich nach Wandertouren, auch wenn Fuerteventura nicht gerade dafür bekannt ist – dafür kam La Palma auf meine imaginative Wunsch-Wander-Liste hinzu. Recht schnell stolperte ich über die Tour auf den höchsten Berg Fuerteventuras, den Pico de la Zarza. Dieser befindet sich im Naturpark Jandia im Südwesten der Insel, somit nicht weit weg von unserem Hotel. Mit knapp 807m Höhe eigentlich nicht wirklich eine Herausforderung, bis mir einfiel, dass wir ja quasi von 0 Hm starten. Die Strecke war mit 11,8km ausgeschrieben, sollte also machbar sein. Praktischerweise startete die Tour vor unserem Hotel 🙂 Wo ich auch geschaut habe, hieß es „leichte Tour, mäßige Kondition erforderlich“. Wichtig: Man läuft nur in der Sonne, somit sollte man ausreichend Wasser und Sonnenschutz dabei haben – stimmt! Und es wäre gut, nicht allzu spät zu starten.

Montag kamen wir auf der Insel an, Dienstag startete die Tour – da wir eh früh wach waren 😉 Im Gepäck hatte ich den aus der Bibliothek ausgeliehenen Rother Wanderführer. Schon etwas veraltet, aber es hat sich gerade zu Beginn gezeigt, dass er immer noch aktuell und sehr hilfreich ist. Unser Hotel, das Faro Jandia & Spa können wir übrigens sehr empfehlen. Von dort aus liefen wir nach links in Richtung Kreisverkehr. Vorbei am Hotel Stella (geschlossen) geht es links in die Calle Sancho Panza. Am Ende geht es rechts hoch, auf einer Schotterpiste Richtung Hotelkomplex auf dem Berg. Hier haben wir schon den Wanderführer gebraucht 😉 Denn ein Hinweisschild haben wir hier nicht gesehen…Nach der Schotterpiste schlängelt sich der asphaltierte Weg stetig nach oben.

Am Ende der Straße war ein kleiner Parkplatz. Als wir vorbei liefen hielt ein Mietwagen mit 2 Mädels und einem Kerl, die sich auch auf den Weg machten. Richtig sportlich sahen sie nicht aus, ebenso wenig ihre Schuhe (Sneaker), aber bei den „leichten“ Anstiegen sollte das kein Problem sein 😉 Hier stand übrigens eins der wenigen Hinweisschilder:

Gleich zu Beginn geht es serpentinenartig nach oben – schon knackig für mein Verständnis.

Wir bzw. Frank dachte, er könne den Gipfel schon sehen, vonwegen 3 Std. 20, pfffff!! Lachend meinte er so schön: „Was machen wir heute Nachmittag noch?“ Was soll ich dazu sagen…wir wurden eines besseren belehrt, lach. Kurz vor einem „Berg“, ok Hügel, zweigte ein Weg ab. Die jungen Leute bogen nach links ab, ich war unsicher, aber Frank meinte, wir müssten rechts vorbei. Witzigerweise wäre es egal gewesen, mündeten beide letztlich in den gleichen Weg 😉 Diesen „Berg“ sieht man auf dem folgenden rechten Bild, da haben wir ihn schon hinter uns gelassen mit den Worten: „Den besteigen wir auf dem Rückweg“ – ähm ja, man sollte den Mund nicht so voll nehmen, lach.

Der Weg war wirklich nicht mehr steil, es ging mäßig hoch und runter, aber die Hitze machte uns doch ein wenig zu schaffen, da es wirklich keinen Schatten gibt. Auch kam uns langsam die Kilometerangabe nicht so ganz richtig vor…was dieses Schild letztlich bestätigte…   Aber den vermeintlichen Gipfel langsam erkennend und näher kommend wanderten wir frohen Mutes weiter.

Mit Blick auf den Gipfel, direkt vor uns, bekam ich plötzlich einen Energieschub, woher auch immer 🙂 Nur leider hielt dieser nur ca. 250m, als wir vor dem Anstieg standen: Da hieß es die letzten Kräfte mobilisieren und durchstarten. Begleitet von vereinzeltem Glockengeläut und „Gemecker“: Noch ein Blick zurück:

Hier überholte uns übrigens ein Trail-Runner…verrückte Leute!! Ich hatte gelesen, dass das letzte Stück umzäunt ist und man durch ein Gattertor muss – stimmt 🙂 Hier wachsen etwas mehr Pflanzen, der Zaun soll sie wohl vor den hungrigen Ziegen schützen.

Es begegneten uns übrigens sehr wenig Menschen. Die jungen Leute hatten wir längst abgehängt, ein Paar überholten wir uns es kamen uns maximal 4 Leute entgegen. Auch eine ältere Dame, vor der ich wirklich Respekt hatte, war der Anstieg doch wirklich sehr anstrengend. Oben angekommen warteten spektakuläre Ausblicke darauf, von uns bewundert zu werden. Und das haben wir!

Mittlerweile kamen auch die drei jungen Leute an, ich glaube, das waren Spanier, die sehr erschöpft aber sehr happy waren – Respekt!!

Meine Uhr zeigte übrigens etwas mehr als 8km an…sowiel zu 11,8km!! Sie zeigte auch an, dass wir bei 8Hm starteten, der höchste Punkt 787m sei..ups, ich verrate es nicht 😉 Wir brauchten knapp 2,5 Stunden. Nach einer Pause, vielen Fotos, tiefem Durchatmen und einigen „Wow“ Ausrufen von mir ging es an den Abstieg. Mittlerweile kamen uns Wanderer entgegen, aber insgesamt waren es doch eher wenige. Bei manchen wunderte es mich, dass sie so spät los liefen, früher ist wirklich besser.

Alsbald tauchte er auf, der „Berg“ am Anfang, den wir auf dem Rückweg besteigen wollten. Ehrlich gesagt war ich doch schon etwas müde, hungrig (mein Schokoriegel war ziemlich zerlaufen, klar bei der Hitze!), und die Tendenz war, darauf zu verzichten. Viel mehr könne man ja von dort auch nicht sehen, nachdem man schon auf dem höchsten Berg war 😉 Natürlich ließ es mein Ehrgeiz nicht zu, daran vorbeizulaufen, so dass wir auch diesen Berg erklommen 🙂 Von hier aus machte ich folgendes Foto, Blick zurück. Hier sieht man schön den Weg

Und schon näherten wir uns dem Strand 🙂 Die 3 jungen Spanier waren hinter uns, und sie freuten sich wie Bolle, als sie sich dem Auto näherten. Die Mädels ließen das „Rocky-Lied“ laufen, der Kerl lief entsprechend oben ohne die letzten Meter, gefilmt von der Digi-Cam. Auch uns jubelten sie zu – jetzt sind wir auch auf dem Video, lach, das war echt cool! Als sie an uns vorbei fuhren hupten und winkten sie uns noch mal – schön. Das liebe ich am Wandern, man trifft immer wieder nette Leute 🙂

Glücklich und erschöpft kamen wir unten an und gönnten uns gleich einige Tapas 🙂 Meine Uhr zeigte an: 16,61km, 885hm hoch und runter, 4 Stunden und 55 Minuten. Eine rundum gelungene Wanderung!! Es geht halt nicht ohne 🙂 🙂