Die westliche Hochebene Madeiras

Am Tag nach der Wanderung auf den Pico Ruivo stand die Westliche Hochebene auf dem Wanderplan. Wir konnten bereits am Vortag dank des guten Wetters einen Blick auf sie werfen und sehr gut die Windräder vom Pico Ruivo aus sehen. Die Tour wurde wieder von Barbara geleitet, unser Fahrer, Fernando, war auch wieder dabei. Dieses Mal waren wir Frösche unter uns, machte sich eine kleine Gruppe früh morgens auf den Weg dorthin. Im Vorfeld hieß es, dass dies die „flachste Stelle“ der Insel sei..ok, so richtig konnte ich mir nicht vorstellen, was uns erwartet.

Wir fuhren wieder hoch hinaus, wieder voller Hoffnung, dass das Wetter hält. Zur Erinnerung, Februar ist auch auf Madeira „Winter“. Fernando setzte uns – wieder einmal – irgendwo aus….ich weiß noch, da stand ein Haus, an dem ging direkt ein Weg vorbei. Ca. 5 m rechts davon verlief ein weiterer Weg, wir kamen auf einem Weg. Und wohin führte Barbara uns? Mittenrein in den Wald!! Den Einstieg hätte ich wieder einmal nicht gefunden, auch führen keine öffentliche Verkehrsmittel auf die Hochebene. Diese wird „Paul da Serra“, wörtlich übersetzt „der Gebirgssumpf“ genannt und befindet sich auf 1300-1500m Höhe.

Petrus hatte erneut ein Einsehen mit uns und bescherte uns strahlenden Sonnenschein und traumhaft blauen Himmel!! Atemberaubend schön! Hier oben sollte ursprünglich der Flughafen gebaut werden…was aufgrund des häufigen Nebels zum Glück NICHT geschehen ist. Es wäre wirklich eine Schande gewesen!

Zunächst ging es hier hinauf, auf den (kleinen) Pico da Serra.

Mit Blick zurück ergaben sich traumhafte Aussichten!

Es war unglaublich, wie weit wir sehen konnten. Das scheint nicht selbstverständlich zu sein, sitzen hier doch oft dichte Nebelbänke auf der Moorlandschaft, im Winter soll hier auch manchmal Schnee liegen. Zwei Mit-Frösche sind am nächsten Tag mit einem Mietauto hochgefahren und sahen…nichts…gerade so die Hand vor Augen…das tat mir wirklich leid für sie!

Oben konnten wir Blicke erhaschen auf die drei höchsten Berge, welche noch von Wolken umwabert wurden.

Ich genoss sehr die Ausblicke, aber vor allem eines: Die Ruhe! Wir waren quasi alleine dort oben – ok, die zwei Trailrunner zählen nicht, machten sie sich nach einem kurzen Schwätzchen mit Barbara gleich wieder auf ihren Weg bzw. „Run“ 😉

Die Wanderung führte uns auf der anderen Seite hinunter, vorbei an Adlerfarn, Heidekraut und gelben (Stech-)Ginster.

Plötzlich standen wir an der Straße, und Fernando wartete bereits auf uns. Die Straße war leer…fehlte nur noch der Strohballen, der über sie hinweg gefegt wird 😉

Wir wurden ein kleines Stück gefahren, nur wenige Minuten, und wir wurden mittendrin wieder ausgesetzt. Deshalb kann ich auch überhaupt nicht sagen, wo genau wir uns befanden zu diesem Zeitpunkt. Ok, vielleicht hab ich vor lauter Fotografieren wieder einmal nicht zugehört, ähem…es hieß wir wandern erneut an einer Levada entlang, zu einem Wasserfall. Hier sollen auch viele Forellen schwimmen, was auch tatsächlich der Fall war. Und zwar so schnell, dass ich sie kaum sah.

Hier liefen wir eine Weile, bis wir auf einem schönen Plateau Rast machten und uns die Sonne auf die Nase scheinen ließen…herrlich!! Dann ging es weiter – duch den Stechginster…kreisch!! Mit kurzen Klamotten wäre ich hier nicht heil durchgekommen!!

Wir bogen dann plötzlich rechts ab und es ging nach unten, direkt an einer breiten Levada entlang. Zum Glück gab es kaum Gegenverkehr..ich will mir gar nicht ausmalen, wieviel hier im Sommer los ist…nach gut 2 km erreichten wir den Wasserfall 🙂

Dort befand sich bereits eine lustige Truppe rüstiger älterer englischer Wanderer, die uns Kuchen anboten und es sich gut gehen ließen! Recht haben sie!

Danach gingen wir an der Levada zurück, näherte sich die Wanderung dem Ende zu. Gefühlt waren wir doch lange unterwegs (kilometertechnisch), stets begleitet von flinken Forellen 🙂

Auf den letzten Metern ergaben sich letzte herrliche Ausblicke – auch auf den Parkplatz, wo Fernando bereits auf uns wartete, um uns zum letzten Abschnitt zu fahren – zur Einkehr 😉

Beim Schreiben des Berichtes und Auswählen der Fotos fühle ich mich direkt wieder dorthin versetzt…und sage ständig vor mich hin, wie schön es doch dort war, seufz. Da passen die Worte von Henri Stendhal ganz gut dazu:

Ich liebe die schönen Landschaften: Sie bringen manchmal auf meine Seele denselben Eindruck hervor, wie der Bogen eines Künstlers auf einer klangvollen Geige