Ponta de Sao Lourenco

Die letzte Wanderung auf Madeira führte uns in den Osten der Insel. In Machico stiegen wir in den Bus, auf dem Parkplatz Baia de Abra aus. Die lang gezogene Halbinsel Ponta de Sao Lourenco war mir von Fotos von Jan bekannt, so dass ich sehr neugierig auf die „live“ Ansicht war. Sie gehört zum Gemeindebereich von Carnical und ist ein Naturschutzgebiet.

Anfänglich sah ich nur „Grün“..und graue Wolken…na prima…mit Regenjacke und Knirps im Rucksack ging es los, gefühlt mitteinrein. Auf der Infotafel hieß es, es seien 4km…ok, das sollte doch gut machbar sein – auch mit ca. 50km und einigen Tausend Höhenmetern in den Beinen 😉

Ich war von Beginn an total begeistert von dieser Landschaft, den Spuren des Vulkanismus. Die Lavaformationen waren bizarr und mal mehr mal weniger von einem grünen Teppich überzogen. Im Reiseführer heißt es „Wanderer und Fotografen finden hier ein Paradies“ – was ich aus vollem Herzen bestätigen kann!! So ließ ich mich ans Ende unserer Gruppe zurück fallen und genoß die An- und Ausblicke. Bei den Fotos lohnt es sich genauer hinzuschauen – zum einen sieht man sehr gut die verschiedenen Lavagesteinsschichten, zum anderen sieht man z.T. die Menschen wie Ameisen marschieren. So kann man die Dimension besser einschätzen – und auch die 4 km, die es ständig hoch und wieder hinunter ging. Nicht ganz unanstrengend, wie sich herausstellte 😉 aber es hat sich mehr als gelohnt!

Man beachte die dunklen Felsen aus dunklem Basaltgestein und rotem Vulkantuff!

Auch heute hatte Petrus ein Einsehen mit uns (oder Mitleid oder er war einfach nur gut gelaunt), riß plötzlich die Wolkendecke auf 🙂 Und die ersten beiden Klamottenschichten wurden freudig vom Leib gerissen 😉

Auf einmal fühlte ich mich wie in den Alpen…fehlte nur noch das Murmeltier 😉

Im linken unteren Eck sieht man Wanderer – nur mal so, um die Dimension besser einschätzen zu können. Links oben sieht man den Leuchtturm, zu welchem man auf diesem Weg nicht gelangt. Rechts oben, die Spitze, war unser Ziel – es sieht nicht so steil aus, wie es tatsächlich ist 😉 Und in der Mitte: Unser Rastplatz, die Casa de Sardinha, welche für mich aussah wie eine Oase – leider (noch) unbewirtet. Aber erst sollte es nach oben gehen. Ich war wieder einmal froh um meine guten Wanderschuhe, denn der Weg war teilweise steinig und rutschig, gerade auch das letzte Stück.

Ich höre heute noch eine aus unserer Gruppe schnaufend nach oben stiefeln mit den Worten „kann es sein, dass es ziemlich steil ist“? Naja, so lange sie noch quatschen konnte dabei…Wir wurden belohnt mit einem traumhaften Ausblick, sogar den Leuchtturm konnte ich mit dem Teleobjektiv festhalten.

Leider zog es sich auch schon wieder zu, konnten wir sehen, dass es in Machico stark regnete.

Ein „Blümchenfoto“ musste allerdings noch sein 😉

So marschierten wir mit tollen Eindrücken (und tollen Fotos ;-)) zurück zu unserem Rastplatz. Leider fing es tatsächlich an zu tröpfeln, gerade als wir in unsere Brötchen bissen. Zuerst wollten wir es uns nicht anmerken lassen, aber dann packten wir doch zusammen und machten uns auf den Rückweg. Regenjacke raus und wieder angezogen – ein Hoch auf den Zwiebellook!! Ich glaube, bei dieser Wanderung habe ich mich am meisten an- und wieder ausgezogen!

Durch den vorzeitigen Aufbruch waren wir früher dran als geplant, so dass wir noch genügend Zeit hatten, um zu einem kiesigen Strand zu gehen. Der Regen hatte übrigens sehr schnell wieder aufgehört zum Glück. Die Gruppe teilte sich hier auf, ein Teil ging den Weg runter, ein Teil ging weiter, Frank und ich bogen ein Stück weiter ab, mit tollem Ausblick (auch auf die Gruppe am Strand unten, Fotos werden hier NICHT gezeigt ;-)).

Ich nutzte die Zeit, um Fotos zu schießen – klar, was sonst 😉

Mit unglaublich tollen Eindrücken ging es dann doch irgendwann zurück – und immer noch kamen uns Menschen entgegen…zur Belohnung gab es ein Eis an der Bude auf dem Parkplatz (das Dröhnen des Kompressors höre ich heute noch, lach). Auch hier bewunderten wir das Gestein, was mich an ne Drachenhaut oder sowas erinnerte…allerdings war es recht bröselig, hatten wir schon Sorge, die Halbinsel könnte untergehen, wenn wir weiter dran rumpulen 😉 😉

Das war ein absolutes Highlight dieser Reise! Das Wetter hatte so einiges zu bieten, immerhin ist es auch auf Madeira im Februar noch „Winter“. Das Touristenaufkommen hielt sich in Grenzen, ich stelle mir lieber nicht vor, wie viele Touris sich hier im Sommer tummeln!!

Aber es war noch nicht zu Ende…ich sage nur: Busfahrt…er wartete schon ne Weile, war wohl zu früh da, fuhr 2min vor der eigentlichen Zeit los und raste die Straßen (Serpentinen!!) hinunter, überholte Autos…ich hatte wirklich ein Totenhemd an!! Statt 30min waren wir nach 20min zurück in Machico – und gerieten noch in den Karnevalsumzug in der Stadt. Dazu muss ich sagen, dass wir eigentlich vor der 5.Jahreszeit nach Madeira geflüchtet sind…!!! 😉 Dennoch genossen wir in unserem Hotel noch einen Galao, einen Latte Macchiato, und ließen so einen wundervollen Tag ausklingen!