Wanderung auf den Pico Ruivo

Nach einem beruflich anstrengenden Jahr 2016 war für mich klar, dass ich nicht auf den Sommerurlaub zur Erholung warten, sondern Anfang des Jahres gerne wegfliegen möchte – zum Wandern natürlich 😉 Aber wohin? Auf den Kanarischen Inseln war ich zum Großteil schon…also bleibt fast nur Madeira übrig. Das habe ich mir zumindest sagen lassen, mir selber war die Insel nicht wirklich sehr bekannt… Mir war auch klar, dass ich für eine Woche Urlaub im Vorfeld wenig Energie für die Organisation aufbringen möchte, so dass wir uns entschieden, erneut mit Frosch-Sportreisen zu verreisen. Natürlich waren die Kanaren im Angebot, letztes Jahr war ich ja mit Frosch auf Teneriffa, aber auch Madeira. Ein bei einer Froschreise kennengelernter Wanderfreund (Jan) war auch schon mit Frosch dort und schickte mir gerne noch mal seine tollen Fotos von damals (Winter 2015, wenn ich mich richtig entsinne). Dieses Mal gab es keine spezielle Wanderwoche, aber die angegebenen Wanderungen klangen auch ganz interessant und gut machbar. Damit wir nicht Gefahr liefen, uns zu „langweilen“, buchten wir gleich eine Tour auf den höchsten Berg Madeiras (Pico Ruivo). Dies ist vor Ort übrigens auch noch möglich.

Das Wetter war in den ersten Tagen etwas durchwachsen und frisch, aber zum Glück nicht wie am Gardasee im Juni 2016…seither kann mich Regen (eigentlich) nicht mehr erschüttern, und ich bin sehr gut ausgerüstet, bilde ich mir zumindest ein.

Diese Tour wurde von Barbara durchgeführt, eine tolle Wanderführerin, welche uns auf 3 Touren mit viel Engagement, Energie und Wissen begleitete. Falls wir wieder nach Madeira fliegen, was wir fest vorhaben, werde ich sicher auf sie zurück kommen. Man kann verschiedenste Touren nämlich zum Glück auch individuell buchen auf madeirawandern.com

Unser Anfahrtsweg führte uns durch Santana, einem Bauernort hoch über der Nordküste, mit einem kurzen Halt an einem typischen „Santanahaus“:

Sehr putzig! Unvorstellbar, dass hier Familien drin wohnen.

Man sieht, der Himmel ist bedeckt, und es ging schon ein wenig der Wind, so dass meine Stimmung nicht die Beste war…aber Barbara war optimistisch, wusste sie vermutlich mehr als wir! Wir fuhren stetig nach oben, Ziel waren ca. 1400m. Der Pico Ruivo ist übrigens 1861m hoch. Je höher wir kamen, um so mehr blitzte blauer Himmel durch – und meine Vorfreude stieg und stieg, und mit ihr auch meine Stimmung 🙂 🙂 Bis der Kleinbus anhielt…hier…

…ja genau, quasi mitten auf der Straße wurden wir ausgesetzt, lach, und ich ging davon aus, dass wir ein Stück die Straße hoch müssen. Aber weit gefehlt. Wir stiegen auf dem Bild gesehen rechts (klar, wo sonst ;-)) mitten drin ein – das Fleckchen hätte ich alleine nie gefunden!

Anfänglich war der Aufstieg etwas rutschig, es setzten sich auch gleich zwei ältere Herrschaften, welche mit Barbara kamen, auf den Hosenboden. Der Stechginster war auch nicht ohne, dem sollten wir auf der westlichen Hochebene aber noch näher kommen 😮 Ich war total überwältig von dem kräftigen Blau des Himmels und dem Wolkenteppich, so dass ich Barbaras Erklärung, warum die Felsformation „Stehender Mann“ heisst, und wie man diesen erkennt, leider nicht mitbekommen habe…ähem…

Bald schon ergab sich der Blick auf den dritthöchsten Berg (Pico do Arieiro, mit der Kuppel) und auf den zweithöchsten (Pico Pico das Torres) – d.h. sobald die Wolken es zuließen, die sehr schnell vorbeizogen und ich entsprechend viele Fotos schoß.

Der Weg schlängelte sich gemütlich nach oben, gut zu wandern, und ich konnte bequem anhalten und Fotos machen, ohne jemandem dabei im Weg zu stehen. Ich habe versucht darauf zu achten, dass ich immer wieder Menschen auf dem Weg aufm Foto habe, damit man die Größendimension besser einschätzen kann. Ich selber habe mich so manches mal verschätzt, dachte, es sei ja nicht so weit, nur noch 1 km, das ist ja easy…so kann ich mich täuschen, lach. Auch sah ich einen Berg vor mir und dachte, juchu, das ist der Gipfel – auch hier täuschte ich mich, ging es danach noch munter weiter, und natürlich nach oben 😉 Wie man sieht, kann man auch gut parken und sich ein paar Höhenmeter sparen – WIR natürlich nicht 🙂 🙂

Die Landschaft eignete sich natürlich PRIMA für Panoramafotos…

Vor dem letzten, doch knackigen Aufstieg, gab es noch ein kleines Plateau mit Möglichkeit, auszutreten und v.a. sich mit Wasser und Riegel zu stärken. Wir nutzten die Pause, um Spongebob „in Szene“ zu setzen…….

Gut erkennbar war das „Nonnental“, das Dorf Curral das Freiras. Es liegt ca. 19km von Funchal, der Hauptstadt der Insel, entfernt,eingeschlossen von hohen Felswänden. Nonnen flüchteten vor französischen Piraten aus dem Kloster Santa Clara in diesen Ort.

Die Ausblicke waren einfach traumhaft…ein Wunsch blieb offen, geäußert von Frank und Markus im Spaß: „Und jetzt noch ein Blick auf das Meer“…jaja..das wärs…und siehe da, als sei ihr Wunsch erhört worden, riss die Wolkendecke weiter auf und wir sahen…das Meer 🙂 🙂 und die Nachbarinseln…und die Dörfer..Wahnsinn. Oben angekommen hat man wirklich bei diesem Wetter eine unglaubliche Rundumsicht!! Ich konnte mich gar nicht hinsitzen, erst kurz bevor wir wieder aufbrachen, da ich mich kaum satt sehen konnte und zutiefst beeindruckt war – was ich bis heute bin, wenn ich mir die Fotos ansehen. Aber seht selbst:

Wir hatten wirklich unheimlich Glück mit dem Wetter – und auch mit dem Touristen-Aufkommen, das doch sehr gering war. Auch war ich unheimlich zufrieden mit meinem Teleobjektiv, was ja nicht das Beste ist, aber doch die Inseln unheimlich gut abgelichtet hat wie ich finde!

Der Abstieg zurück, dieses Mal zum besagten Parkplatz, fasziniere mich ebenfalls sehr, konnten wir weiter sehen als beim Aufstieg und ich genoß die Landschaft aus ganzem Herzen!!!

Glücklich und vor mich hingrinsend stieg ich (als Letzte) in den Bus, voll mit traumhaften Bildern und einem wohligen, ruhigen und entspannten Gefühl! Ich genoß einfach die Ruhe, die Wärme der Sonne, und ich fühlte mich klein und unwichtig, regelrecht demütig angesichts dieser Landschaft…

 

Fernando holte uns ab und fuhr uns zurück nach Santana. Es hieß, wir wandern noch entlang der Küste und kehren ein, worauf wir uns sehr freuten.

Barbara erklärte uns ausführlich, welche Pflanzen wir wo sahen – was ich natürlich mal wieder nicht mitbekam…ich gelobe Besserung!!

 

Es ging vorbei an und DURCH fremde Gärten…aha…hm..naja dachten wir, sie wird schon wissen, wohin sie uns führt. Pause muss auch mal sein!!

Die Blicke auf den Ort waren so schön, aber leider gegen die Sonne – grummel – aber ein bisschen kann ich die Regler bei Lightroom schieben, so dass doch bissl was draus geworden ist:

Das Ziel war tatsächlich der Strand – und wir waren immer noch ziemlich hoch, wie man auf dem einen Foto sieht. Der Weg schlängelte sich serpentinenhaft nach unten, zum Teil wirklich steil, aber sehr schön 🙂

Na, wo ist der Weg??

Ich unterhielt mich sehr nett mit einer älteren Dame von den anderen Mitwanderern, welche mir von Anfang an sehr sympathisch war. Sie schilderte mir, wo sie wie ihre Unterkunft und Flug gefunden hat (hab ich mir gemerkt fürs nächste Mal), und was sie so schon erlebt hat. Sie habe stets nette Leute kennengelernt, v.a. wenn sie alleine unterwegs gewesen ist. Das konnte ich sehr gut nachvollziehen, durfte ich auch schon viele nette Begegungen bei meinen Wanderungen „im Alleingang“ erleben. So vergnügt und gesprächig wie sie war, wunderte es mich allerdings wirklich nicht, dass sie stets tolle Menschen getroffen hat – ich glaube, sie findet an jedem Menschen etwas Nettes, was das Leben sicherlich um einiges leichter macht!! Toll!

Unten angekommen wartete dies auf uns:

Eine riesige „Kneipp-Anlage“…also nix wie Socken aus und rein – herrlich und genau das Richtige!! Danach eine „Brisa Maracuja“, ein „Galao“ und warmes Knoblauchbrot – perfekt!! Was will ich mehr?  (außer beim nächsten Mal vom dritthöchsten auf den Pico Ruivo zu wandern;-) )

Ein perfekter Tag!