Die Almbachklamm

Ich war bereits vor 20 und vor 10 Jahren am Königssee, und damals gab es die 3km lange Almbachklamm sicherlich schon, sie stand jedoch nicht auf dem Programm. Dafür in diesem Jahr, zusammen mit Claudi und Hund Coco.

Ich war sehr neugierig, soll die Schlucht mit ihren Wasserstürzen zu den schönsten und wenigen noch erhaltenen, wildromantischen Schluchten in den Bayerischen Alpen gehören. Über Brücken, Treppen und Tunnels führt ein gut gesicherter Steig durch die Schlucht. Rundherum stürtzt der klare Wildbach über Wasserfälle, durch Gumpen und Kaskaden ins Tal. Das wollten wir uns unbedingt ansehen!!

Nachdem wir auf dem Kehlsteinhaus waren und noch Zeit hatten, die Klamm in Marktschellenberg nicht allzu weit weg davon ist, fuhren wir direkt dort hin. Mir war schon etwas mulmig, zogen dunkle Wolken auf, fing es bereits leicht an zu nieseln. Claudi war optimistisch, wollten wir uns die Klamm zumindest mal anschauen. Je näher wir kamen, umso stärker wurde der Regen, und im Gasthaus war entsprechend viel los. Wir ergatterten einen Platz bei einer dreiköpfigen Familie, die wir bzw. ich Tage später noch am Fuße des Jenners wieder traf. Sie erzählten uns, dass sie gerade auf dem Weg in die Klamm waren, als sie geschlossen wurde – es habe ein Todesopfer gegeben…ok…ich hatte davon schon gelesen, aber dass es gerade an diesem Tag auch geschah, war doch schon gruselig! Also beschlossen wir nach einer kleinen Stärkung die Tour zu verschieben – gute Entscheidung! 🙂

Neben dem Gasthof und vor dem Eingang zur Klamm befindet sich die Untersberger Marmorkugelmühle, welche seit 1863 in Betrieb ist. Grobe Marmorbrocken werden hier durch Wasserkraft zu edlen Kugeln geschliffen. Zuletzt seien 1921 die letzten „Marmeln“ nach London versandt worden, heutzutage ist sie eine Touristenattraktion. Und NATÜRLICH hab ich mir welche zum Andenken gekauft 🙂

Wie hoch der Eintrittspreis war, hab ich ehrlich gesagt vergessen, auf jeden Fall gab es mit der Kurkarte eine Vergünstigung. Zu Beginn gab es auch ein Hinweisschild mit wichtigen Verhaltensregeln, damit eben keine Unfälle passieren, aber die meisten Besucher sind daran vorbei gelaufen. Mich wunderte es nicht, dass hin und wieder Unfälle passieren, denn die Leute verhalten sich zum Teil wirklich unmöglich. Im heutigen „Selfie-Wahn-Zeitalter“ wird an die unmöglichsten Stellen gekraxelt, da wundert mich nix mehr…

Wir hatten vermutlich noch Glück, war das Besucheraufkommen morgens noch nicht allzu hoch, aber man sieht auf manchen Fotos, dass es sich doch staute und man quasi durchgeschoben wurde. Dennoch konnte ich viele Fotos schießen und ein weiteres Wunder der Natur genießen und bewundern, seht selbst:

Ok, das waren jetzt sehr viele Fotos, aber ich konnte mich – mal wieder – nicht entscheiden..! Und ich finde die Farben einfach nur klasse!

Es gibt mehrere Varianten, die man wandern kann. Wir entschieden uns für den Hammerstielrundweg, welcher sich kurz vor dem Sulzer Wasserfall, zu dem wir natürlich noch wanderten, nach rechts oben abzweigt. Die knapp über 300 Höhenmeter hatte ich auf dem Schirm, leider auch bald in den Beinen…denn es ging ziemlich schnell ziemlich steil im Wald nach oben.

Wir kamen mächtig ins Schwitzen, aber oben angekommen wurden wir mit einem wunderschönen Blick auf die Wallfahrtskirche belohnt 🙂

Schnaufend und schwitzen oben angekommen, kamen quietschvergnügt Wanderer von links auf der Straße hochgelaufen…es gibt also noch einen entspannteren Weg…umso größer war der Stolz 🙂

Auch von hier oben gab es zwei Abstiegsmöglichkeiten zur Kugelmühle, nämlich einen über die Hammerstielwand, und einen über den Gatterlweg – wir konnten uns nicht entscheiden. Ein Wandererpärchen, das sich gut auskannte, gab uns einen Tipp, den wir gerne annahmen: Der Weg über die Hammerstielwand sei zwar steil, aber gut machbar, der andere Weg sei steinig und eher rutschig, so dass wir uns für ersteren entschieden. Langsam zogen Wolken auf, und ich hatte etwas Bammel, es nicht rechtzeitig zu schaffen.

Der Weg war nicht so schlimm wie befürchtet, auch wenn er sich letztlich doch seeeeehr hinzog – und ich war froh, dass ich ihn nicht hochkraxeln musste 😉 Und auch das Wetter hat gehalten!!

Endlich unten angekommen, amüsierten wir uns hierüber:

Bis heute bin ich sehr beeindruckt von dieser Schlucht und bin sehr froh, dass wir einen zweiten Besuch gewagt haben!